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20.03.2005
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Was ist Podcasting?

Podcasting: Radio auf dem MP3-Player

Christian Rentrop

Professional Audio

Das können nur die Wenigsten, deswegen sind professionelle Audio-Blogs auch eine Domäne der klassischen Medien. Nur hier gibt es die volle Information inklusive der nötigen Sende-Qualität. Doch was bringt eine Tageszeitung, die man nicht im Abo hat? Genau hier setzt der Podcast an: Mittels eines Programms, dass sich Podcatcher nennt, lassen sich die neuesten Meldungen direkt auf den MP3-Player der Wahl laden. Am besten natürlich, stilecht, auf einen iPod.

Der Podcatcher funktioniert ähnlich wie ein RSS-Reader: Er schaut bei der RSS-Adresse des Podcasts nach, ob es in der Liste der vom User angelegten Podcasts neue Dateien gibt und lädt diese dann herunter. Dabei wird normalerweise in einem Musik-Tool wie iTunes oder dem Windows Media Player eine Playlist angelegt. Die kann dann via Synchronisation auf den MP3-Player überspielt werden - völlig automatisch und so eingestellt, dass alte Casts direkt heraus fallen.

Radio ohne Radio-Empfang

Der Podcast kann dann im Player gehört werden, ähnlich wie ein Hörbuch. Beliebt ist so etwas vor allem auf langen Bahnfahrten. Allerdings nur, wenn der Podcast hochwertig ist. Das allerdings gestaltet sich sehr schwer: Nur die wenigsten Podcasts bieten ausreichende Qualität, den User nicht zu langweilen. Denn gerade das Formatradio-verwöhnte Publikum, Zielgruppe des Podcastings, kann lange Textpassagen wenig leiden.

So macht es auch wenig Sinn, als Podcaster gedruckten oder geschriebenen Text einfach vorzulesen. Vielmehr sollte das möglichst freie Sprechen geübt werden. Auch langatmige Meldungen oder Passagen ohne akkustische Trennung sollten vermieden werden, genau wie Neben- und Störgeräusche.

Spreu und Weizen

Für die Erstellung eines Podcasts braucht man wenig, im Grunde nur einen MP3-Player mit Diktiegerät oder eine Mikro am Rechner. Das allerdings wird kaum die nötige Qualität liefern. Genau wie unter den Weblogs gibt es gute und schlechte Podcasts. Und nur, weil jeder die technischen Möglichkeiten hat, einen Podcast zu erstellen, ist noch lange nicht jeder Podcast sinnvoll.

Die Spreu allerdings trennt sich erst im Player vom Weizen: Ein begnadeter Schriftsteller muss kein guter Moderator sein.

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