Mobiles Fernsehen: Zwei Standards stehen zur Debatte
DVB-H vs. DMB: Über die Zukunft des Handy-TV
Dominik Schöneberg
Wenn die Fußball-Weltmeisterschaft im kommenden Jahr in Deutschland stattfindet, wird der Traum Ballack und Co. live beim Kicken zuzuschauen nur für wenige Realität: Statt im Stadion müssen sich viele Fußball-Fans mangels Eintrittskarte die Spiele entweder zu Hause oder in der Kneipe im Fernsehen oder auf einer der vielen Großbildleinwände auf den Plätzen der Republik verfolgen. Wer allerdings auch unterwegs im Zug oder auf der Rückbank im Auto keine WM-Minute verpassen will, muss auf die Einführung von Handy-TV hoffen.
Lange Zeit galt UMTS als Hoffnungsträger bei der Übertragung von Videos auf tragbare Endgeräte. Der Mobilfunkstandard hat jedoch einen entscheidenden Nachteil: Die Videos werden über einzelne Datenverbindungen individuell an jeden Nutzer übertragen. Da sich alle Handybesitzer in einer Funkzelle eine begrenzte Bandbreite teilen müssen, ist das Netz bei reger Nutzung schnell überlastet. Gerade deshhalb ist eine Verbreitung per Rundfunk sinnvoller.
DMB und DVB-H im Vergleich
Zur Debatte stehen derzeit zwei unterschiedlich Rundfunkstandards, mit denen TV-Inhalte auf Handys oder andere tragbare Empfangsgeräte übertragen werden sollen. Während DMB (Digital Multimedia Broadcasting) auf dem Digitalradio-Standard DAB (Digital Audio Broadcasting) fußt, ist DVB-H (Digital Video Broadcasting - Handhelds) eine Weiterentwicklung des digitalen Fernsehens DVB-T für mobile Endgeräte.
Auch wenn die Technik der beiden Standards sehr unterschiedlich ist, wird die Bildqualität kaum zu unterscheiden sein: Beide Verfahren bieten eine Auflösung von 360 x 288 und einen Datendurchsatz von rund 400 Kilobit pro Sekunde (Kbit/s). Sowohl bei DMB als auch bei DVB-H werden die Daten mit modernen MPEG-4-Codecs komprimiert.
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