Free Space Simulator, kostenlos
Google Earth, Weltall-Edition: Celestia im Test
Christian Rentrop
Sonne, Mond und Sterne und natürlich die gute, alte Erde haben eines gemeinsam: Sie sirren in der unendlichen Leere des Weltalls umher und sind, verglichen mit den Ausmaßen des Alls, winzig wie Atome. Den Überblick über die Milliarden von Himmelskörpern zu behalten fällt schwer, doch zum Glück gibt es Celestia, den "Free Space Simulator", der das bekannte Weltall wundervoll gerendert auf den Computer bringt.
Riesige Distanzen im All
Star Trek-Fans kennen das Problem: Die intergalaktischen Entfernungen sind so gigantisch, dass es ohne Tricks kaum möglich ist, in einem vernünftigen Zeitrahmen auch nur das Sonnensystem zu verlassen. Science-Fiction-Autoren helfen sich mit Hyperraum und Warp-Antrieb, die mal mit, mal ohne Einsteins Relativitätstheorie auch weiteste Entfernungen im All auf von der Erde bekannte Reisezeiten abkürzen. Ein Trip an den Rand der Galaxie dauert dadurch nicht mehrere Jahrtausende, sondern bestenfalls einige Tage.
Dummerweise gibt es (noch) keine derartigen Technologien, weshalb Weltraum-Fans ohne entsprechenden Kontostand für einen ISS-Trip sich ebenfalls mit einem Trick behelfen müssen, um ihren Heimatplaneten zu verlassen. Eine Reise zu den Sternen ist nur virtuell möglich, doch entsprechende Software findet sich in der Regel nur in den Kommando-Abteilungen von Astronomen oder Weltraum-Behörden. Das Open-Source-Tool Celestia überbrückt diese Kluft und bringt eine wirklich ansehnliche Weltraum-Simulation auf den Desktop, die nach ein wenig Gewöhnungszeit kaum schwerer zu bedienen ist als das beliebte Google Earth.
Aus Google Earth wird Google Space
Benutzer von Google Earth ärgern sich oft, dass selbst benachbarte Planeten oder der Mond nicht im Programm dargestellt werden. Mit dem Einsatz von Celestia löst sich dieses Problem in Wohlgefallen auf: Mehr als 100.000 interstellare Objekte sind in der Datenbank, weitere können über galaktische Koordinaten hinzugefügt werden. Eine Reise zu Mond und Mars, ja sogar zu entfernten Galaxien ist dank Celestia in Sekundenbruchteilen auf dem heimischen PC erledigt.
Die Geschwindigkeit der Reise kann übrigens ebenfalls variiert werden, es ist kein Problem, eine Reise mit der Geschwindigkeit eines Space-Shuttles durchzuführen, allerdings sollte man dann einen entsprechend standhaften Rechner wählen, damit sich die eigenen Nachfahren im Jahr 3006 auch über die Ankunft freuen können. Besser also, man lässt die Voreinstellungen des Programms bestehen und reist mit weit über Lichtgeschwindigkeit.
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