Déjà-vus in Serie
Test: Half Life 2 - Episode One
Michael Dees
Der gefeierte Shooter geht in die Verlängerung. "Episode One" bildet den Auftakt einer Minireihe um das "Half Life 2"-Universum. Zwei weitere Episoden sollen bis Ende 2007 folgen.
Ein Wiedersehen mit Doktor Freeman und dessen Kampfgefährten Alyx Vance, das bedeutet auch ein Wiedersehen mit Steam, dem umstrittenen Onlinedienst des "Half Life"-Herstellers Valve. Gleichwohl "Episode One" nach der Trennung von Vivendi Universal, dem originären "Half Life 2"-Publisher, von Electronic Arts auch als DVD "zum Anfassen" veröffentlicht wird, führt bei der Aktivierung des eigenständigen Addons kein Weg an Steam vorbei.
Kunden, die mit den damit verbundenen Richtlinien nicht einverstanden sind, dürfen das ungeöffnete Spiel nach dem Kauf retournieren. Ein entsprechender Vermerk findet sich auf der Packung. Das bekannte Buchstabendoppel "EA", das Electronic Arts als neuen Partner ausweist, fehlt überraschend - auf der Hülle sowohl als auf dem Datenträger. Offenbar ist Valve als emanzipierter Entwickler in der Lage, selbst einem Riesen wie Electronic Arts gewisse (Spiel-)Regeln zu diktieren.
Raus aus der Stadt
"Episode One" handelt von der Flucht aus City 17. Das Spiel beginnt mit der Bergung Gordon Freemans aus einem Schutthaufen. Dog, Alyx' mechanischer Riesenhund, der bereits durchs Hauptspiel trollte, buddelt den heroischen Wissenschaftler aus. In Ermangelung einer Schusswaffe muss der seine Antischwerkraft-Kanone anschmeißen, um Blockaden und Gegner zu beseitigen.
Das erste von fünf Levels führt ins Innere der im Stammspiel zerstörten Zitadelle und setzt statt Kampf auf Knobelei. Als Physiker ist Dr. F. natürlich in seinem Element, wenn es darum geht, durch das Bugsieren von Energiekugeln Stromkreise zu schließen oder herabstürzende Trümmer durch das Manipulieren der Schwerkraft umzuleiten. Knarren fallen ihm erst in die Hände, als er und Alyx, die über weite Strecken des Spiels Feuerschutz leistet, die Flucht in Richtung Bahnhof antreten, dem letzten Schauplatz von "Episode One".
Währenddessen kommt es zu Duellen mit Ameisenlöwen, Zombies, Combines und Kampfhubschraubern. Bei nur einem neuen Gegner, einer Zombieart in Joggingschuhen, die sich und andere bevorzugt in die Luft sprengt, hielten die Macher die Aufstockung des Waffenarsenals offenbar für hinfällig. So bleibt es bei den bekannten Tötungswerkzeugen wie Armbrust, Schrotflinte oder Maschinenpistole. Sehr spät kommt die obligatorische Brechstange dazu.
Half Life 2 Episode One
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Grundsätzlich könnte ich mich mit dem Episodenformat anfreunden. Hat ja im TV auch geklappt: statt langwierige Spielfilme gibt es auch kurze Serien. Aber: solche Serienfolgen kommen jede Woche. Ich finde, Valve hat sich mit Episode 1 schon sehr lange Zeit gelassen, in der andere Hersteller bereits ein Full-Time-Add-On für den gleichen Preis rausgebracht hätten. Auch Episode 2 läßt noch ziemlich auf sich warten. Und dann natürlich der Preis von 20 € für 5 Stunden Spielspaß. Das ist doch arg wenig. Sicherlich, es gibt auch Spiele, die für 50 € 8 Stunden Spielspaß bieten. Aber sowas kaufe ich erst gar nicht.
Definitiv ein schönes "Spiel". Aber die Spielzeit hätte ruhig etwas länger ausfallen können. Wie im Artikel schon steht, vermisse ich auch etwas den Abwechslungsreichtum des Hauptspiels. Dort gab es wenigstens hübsche Strandpromenaden und andere Anflüge von Natur, in Episode 1 sieht fast alles gleich aus. Immerhin geht's in Episode 2 raus ins Grüne (siehe Trailer).
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