Ratgeber für werdende Overclocker
Tutorial: PC übertakten, aber richtig
Benjamin Schnitzler
Prozessor: Je neuer, desto besser
Vor dem Kauf des Prozessor kann es nicht schaden, einen Blick ins Kleingedruckte zu werfen. Möglicherweise verbirgt sich hinter ein und derselben Bezeichnung unterschiedliches Übertaktungspotenzial. In der Regel bieten die neuesten Modelle oder "Revisionen" am meisten Luft nach oben. Darunter fallen zum Beispiel die aktuellen Single- oder Dual-Core-Prozessoren für den Sockel 939 und AM2 von AMD sowie Intels Sockel 775.
Arbeitsspeicher: Drin ist, was draufsteht
Oft besteht der Sinn eines übertakteten PCs einzig und allein darin, sich gegenseitig mit den besten Benchmark-Ergebnissen zu übertrumpfen. Für den höchsten Durchsatz des Arbeitsspeichers (RAM) sorgt der Dual-Channel-Betrieb, der die verfügbare Bandbreite zumindest theoretisch verdoppelt. Dafür sind mindestens zwei baugleiche Module nötig, die auch als so genannte Kits zu haben sind. Wer den Arbeitsspeicher ebenfalls übertakten will, um noch mehr Geschwindigkeit herauszuholen, sollte dessen maximale Taktfrequenz beachten.
Beim noch weit verbreiteten DDR-SDRAM lässt sie sich recht einfach an der Bezeichnung erkennen. DDR-400 steht beispielsweise für einen effektiven Takt von 400 Megahertz. Dabei kommt es häufig vor, dass im BIOS stattdessen nur 200 Megahertz angegeben sind. Da DDR-SDRAM rein theoretisch doppelt so viele Daten übertragen kann wie gewöhnliches SDRAM, geben die Hersteller hier den doppelten Wert an.
Ein wenig komplizierter verhält es sich beim aktuelleren DDR2-Standard, in diesem Fall wird das Vierfache des tatsächlichen Speichertakts angebeben. So steht DDR2-800 etwa für einen Takt von 200 Megahertz, während der Speichercontroller im Prozessor oder Mainboard mit 400 Megahertz arbeitet.
Eine Garantie dafür, dass als DDR-400 ausgewiesener Arbeitsspeicher mit mehr als 200 Megahertz betrieben werden kann, gibt es nicht. Selbst wenn Overclocking-Speicher draufsteht, bedeutet das lediglich, dass er in übertakteten Systemen mit der angegebenen Frequenz stabil läuft. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte deshalb gleich auf Module mit höherer Taktung setzen.
Anders als bei einer Festplatte, auf der die Daten dauerhaft gespeichert bleiben, verliert der Arbeitsspeicher seine Daten beim Ausschalten des Rechners. Im Betrieb werden seine Zellen fortlaufend aufgefrischt, geleert und beschrieben. Wie schnell das geht, bestimmen die meist als Zahlenkolonnen angegebenen Timings. Je niedriger der Wert, desto höher die Geschwindigkeit. Bei DDR-Speicher gilt die Nummernfolge 2-2-2-5-1 als Bestwert. Bei manueller Justierung der Timings sind diese Angaben auch im BIOS anzutreffen:
RAM-Timings: Vier verliert
2 - RAS to CAS Delay (tRCD)
2 - RAS Precharge Time (tRP/tRCP)
5 - Row Active Time (tRAS/tRD/tRAS)
1 - Command Rate (CMD)
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