Weiterempfehlen   Leserbrief
22.11.2006
Druckversion
powered by

Strassenverkehrsunordnung

Spieletest: Need for Speed Carbon

Michael Dees

Spieletest: Need for Speed Carbon

Nirgends werden Autos so gründlich recycelt wie bei Electronic Arts. Im zwölften "Need for Speed"-Jahr geht mit "Carbon" der nunmehr zehnte Ableger des Actionrennspiels an den Start. Wie im Vorgänger "Most Wanted" überbieten sich halbseidene Halbstarke mit Pferdestärken. Klar, dass wieder schneller gefahren wird als die Polizei erlaubt - im wahrsten Sinne des Wortes.

Im echten Leben schön anschnallen und langsam fahren. Nach dem obligatorischen Fingerhub des aktuellen "NfS"-Girls Emmanuelle Vaugier werden die Verkehrsregeln sogleich mit (Blei-)Füßen getreten. Ein hoch gezüchtetes Auto hat der Spieler aber nur so lange, bis der Anfangsfilm endet und der Rennhobel nach einem illegalen Rennen kaputt gefahren ist. Nun lassen sich zu Fuß aber schwer Renntrophäen sammeln oder neidische Blicke, weshalb für das Comeback an die Rennspitze zunächst bescheidener Modelle ausreichen müssen.

Vor dem Start in die etwas kurz geratene Karriere buhlen drei Wagenklassen um die Spielergunst: Muscle Cars, Tuner und Exoten repräsentieren in der genannten Reihenfolge vor allem ihre amerikanischen, asiatischen oder europäischen Erzeugerländer. Nennenswerten Problemen sind "Carbon"-Spieler in keiner Karosse ausgesetzt. Dazu ist das Fahrverhalten der einzelnen Kategorien nicht differenziert genug. Selbst bei regennasser Fahrbahn bleiben die ca. 50 vorhandenen und fast durchweg aus "Most Wanted" bekannten Markenautos in der Spur.

Asphalt-Assistenten

Das hält aufstrebende Rennrüpel nicht davon ab, Hilfe von außen anzunehmen. Hat der Spieler durch siegreiche Rennen und diverse Herausforderungen erste Motormeriten verdient, klopfen computergesteuerte Mitläufer ans Garagentor. Aus einer maximal dreiköpfigen Crew können dann Assistenten für bestimmte Wettbewerbe rekrutiert werden. Im Einzelnen sind das Blocker, die gegnerische Fahrer attackieren, Scouts, die auf Abkürzungen hinweisen, und Schlepper, in deren Windschatten kurzfristige Spitzentempi aufgenommen werden. Abgesehen davon, dass bereits Konkurrenzprodukte wie "Juiced" die Möglichkeit boten, eigene Teams zu organisieren, kann sich das Mitmischen von Assistenten auch nachteilig auswirken: Speziell in Kurven blockieren die Karbon-Komplizen vereinzelt den Weg. Mit Samthandschuhen wird in der illegalen Rennszene bekanntlich niemand angefasst. Logische Konsequenz: Crewmitglieder dürfen jederzeit gefeuert werden.



Bild verkleinernBild vergrößern

Die auf Filmschnipsel verteilte Rahmenhandlung ist belanglos, knüpft aber wenigstens an die Geschehnisse des Vorgängers an.

Druckversion | Links zum Thema | Kommentare

1 | 2 weiter »




Mehr über: Gaming, Action, Testbericht
Links zum Thema

Diskutieren Sie zu diesen Artikel im Forum!
Neues Thema eröffnen


Spaceman Spliff, am 23.11.2006 15:30

Bei der aktuellen Diskussion um das Verbot der sogenannten "Killerspiele" müssten die Politiker konsequenterweise auch ein Verbot der "Raserspiele" fordern. Geschwindigkeitsübertretungen und Unfälle könnten mit einem Verbot bestimmt minimiert werden. Achneee, der Staat kassiert ja mit bei den Protokollen, warum dann verbieten?! ;-))

Zitieren
Jigsaw, am 23.11.2006 17:39

Richtig! :wall:

Zitieren
Dreschflegel, am 23.11.2006 18:50

Zitat:

Bei der aktuellen Diskussion um das Verbot der sogenannten "Killerspiele" müssten die Politiker konsequenterweise auch ein Verbot der "Raserspiele" fordern. Geschwindigkeitsübertretungen und Unfälle könnten mit einem Verbot bestimmt minimiert werden.


Du wirst lachen, aber ich persönlich sehe in einschlägigen Rennspielen tatsächlich ein größeres Gefahrenpotenzial als in allen Killerspielen zusammen. Um "Postal" in die Realität umzusetzen, brauche ich Waffen, sehr viel Überwindung und nicht zuletzt einen gewissen Sinn für Humor;-) Um aber jemanden nach einer Runde "Need for Speed" über den Haufen zu fahren, genügt ein Kleinwagen, die übliche Selbstüberschätzung oder einfach nur jugendlicher Leichtsinn. Außerdem: Wenn ein Raser auf der Autobahn eine Familie in den Tod fährt, wird nicht gleich überprüft, ob und wie viele Rennspiele der Amokfahrer zu Hause im Regal stehen hat.

Eine Debatte, ob man die Altersgrenze für Rennspiele zumindest erhöhen sollte, gab es übrigens schon:

http://www.netzwelt.de/news/69264-rennspiele-bald-nur-noch-ab.html

Das andere Extrem: "NfS Underground 2" wird als pädagogisch wertvoll eingestuft:

http://www.netzwelt.de/news/73015-need-for-speed-underground-2.html

Reichlich albern das, genau wie die neu entbrannte Diskussion über Killerspiele...

Zitieren
PhiPsi, am 06.12.2006 18:23

Hi!

Ich hab letzte Woche NFS Carbon gespielt und muss leider sagen, dass die Spiele immer schlechter werden. OK, ich bin nicht unbedingt ein Tuningfan, was mich aber mehr stört ist die ungelaublich schelchte Übersetzung und die viel zu kleine Schrift. Sitzt man gemütlich am Sofa muss man öfters aufstehen und bis zu einem Meter zum Fernseher gehen, um die Menüs oder Messages lesen zu können.

Obwohl wir gut und gerne 4 Stunden gespielt und gewonnen haben, hatte wir noch immer das erste Auto, zwar mit viel Motortuning, aber trotzdem fad.

Also: Zuerst einmal antesten, bevor ihr kauft...

Zitieren
Bentleman, am 08.12.2006 11:16

Zitat:

Obwohl wir gut und gerne 4 Stunden gespielt und gewonnen haben, hatte wir noch immer das erste Auto, zwar mit viel Motortuning, aber trotzdem fad.
Was der NFS-Reihe einmal gut tun würde, wäre eine Rückbesinnung auf die Stärken von Porsche Unleashed. Gut, der Fuhrpark war etwas beschränkt, dafür gab es ein schönes Streckendesign und eine gelungene Kombination aus Arcade und Simulation. Bis auf ein paar verschiedene Felgen, Farben und Rallystreifen gab es kein optisches Tuning, dafür konnte man den Motor ordentlich aufbretzeln und mit über 50 Jahren Automobilgeschichte durch die Gegend brettern. Achja, und das Schadensmodell kann sich immer noch sehen lassen. Immerhin gibt es eines im Gegensatz zu den neuen NFS-Teilen.

Zitieren
Khor, am 08.12.2006 18:01

Da muß ich jetzt einfach sagen: Recht hat der Mann. Porsche war einfach genial was das Fahren anging. Die Wagen fühlten sich einfach realistisch an ohne das es zur Simulation ausgeartet ist. Und die Strecken war einfach genial. Aber eigentlich müsste da EA schon noch drauf kommen. Irgendwann lockt man bestimmt keine Käufer mehr mit aufgewärmten Semmeln. Dann wird man wieder was geändert. *weiterträum*

Und von wegen Killerspiele: Klar sind Rennspiele gefährlicher. Die Transferleistung ist einfach geringer. Wobei mir bei Transferleistung einfällt: Erinnert sich noch jemand daran, dass die US-Armee auf Basis der Unreal-Engine ein Spiel zum rekrutieren und konditionieren von Soldaten gebastelt hat? Wurde eingestellt. Die Transferleistung Spiel->Töten ist wohl zu hoch. Anscheinend funktioniert Pappmänchen->Töten besser. So gesehen ist Eurofighter auch deutlich bedenklicher als Doom 3. Der Schritt zu 'Die Bundesregierung sollte mehr Eurofighter kaufen' ist halt einfacher. Wobei es wohl nicht so offensichtlich passiert.

Aber zurück zum Thema: Hatte EA nicht sogar mal einen Nachfolger zu Porsche angekündigt? Und ich meine jetzt nicht diese dreiste 40-Jahre-Version.

Zitieren
Neues Thema eröffnen Neues Thema eröffnen

Creative Commons LicenseSpieletest: Need for Speed Carbon von netzwelt.de steht unter einer Creative Commons-Lizenz. Sie dürfen die Texte für nicht-kommerzielle Zwecke nutzen, bei Angabe und Verlinkung der Quelle "netzwelt.de".

Klicken Sie hier für weitere Informationen

Werbung

Fangames

Gaming: Fangames

Oft sterben Spiele-Klassiker einen langsamen Tod. Wenn die Fanbasis aber groß genug ist, werden die Titel oft reanimiert und inoffiziell weiterentwickelt. Netzwelt nimmt Sie mit in die wunderbare Welt der Fangames.

Kostenlose Computerspiele

Kostenlose Spiele-Downloads

Die Geldbörse kann in der Tasche bleiben: Im Internet gibt es etliche geniale Spiele, die komplett kostenlos und legal heruntergeladen werden können. Von GTA bis zu Konsolen-Klassikern schafft netzwelt einen Überblick.

Kostenlose Top-Spiele

Gamer-Hardware

Wenn die Maustasten ausgeleiert sind, die Tastatur auch nicht mehr viel hergibt und der Monitor flackert, wenn das Computerspiel gestartet wird, steht fest: Neue Hardware braucht der Gamer.

Notebooks zum Zocken

Notebook Testberichte

Lan-Parties waren früher immer ein halber Umzug. Heute kann man das ganz bequem mit einem Notebook erledigen, vorrausgesetzt sie bringen die richtige Leistung mit.

akuma.de - Unser Musikdienst

Dramaking von Franky Kubrick Meine Grössten Erfolge von Wolfgang Petry Wahnsinn - Die Hits Von'79 Bis'95 von Bap Mein Geheimnis&Interview Bonus Track von Götz Alsmann Come Away With Me von Norah Jones A Collection Of Roxette Hits! Their 20 Greatest Songs! von Roxette
akuma.de - Das digitale Kaufhaus für Musik

Service-Angebote der netzwelt

Werbung


nach oben
Aktuell
Nvision08: Die müdeste LAN-Party der Welt
Resistance 2: Ego-Shooter für 60 Krieger
Rechner kühlen: Die besten Methoden für Hitzköpfe
Beliebte Computerspiele
World in Conflict
Call of Duty 4
Crysis
Neverwinter Nights 2
Spielekonsolen
Wii macht Mii fit
Linux auf der Playstation 3
Fangames: Wenn Klassiker weiterentwickelt werden
Nächste Generation der Konsolen
Spiele-Klassiker zum Download
Mega Mario
Zak McKracken - between time and space
Open Transport Tycoon Deluxe
Command & Conquer Gold

Sie spielen am PC? Shooter, Rollenspiel oder doch lieber Flugsimulator und Rennspiele wie NfS? Probieren Sie doch einmal etwas außergewöhnliches. Nein, keine Wii, die in aller Munde ist. Probieren Sie Fangames und erfahren Sie, wie es damals war als die Computer-Spieler noch mit 2D und 32 Farben auskamen.

RSS Feed abonnieren Nie mehr ein Update dieser Seite verpassen?
Hier klicken, um netzwelt.de zu abonnieren!

Copyright © 2008 by netzwelt.de - Spieletest: Need for Speed Carbon - Strassenverkehrsunordnung
H2 media factory GmbH Impressum | Presse | Kooperationen | Werbung | Rechtliche Hinweise | Sitemap | Jobs