Was taugt das neue Microsoft Schnittprogramm?
Vista als Filmstudio: Windows Movie Maker
Patrick Woods
Mit dem neuen Windows stellt Microsoft auch die aktualisierte Version des Windows Movie Maker vor. Diese kann nun auch hochauflösendes HDV-Material importieren und soll zusammen mit dem DVD Maker ein schlagkräftiges Multimedia-Duo bilden. Die ursprüngliche Version des Movie Makers riss ambitionierte Videofilmer nicht vom Hocker, was kann die neue Version 6.0?
Inhalt
Der Einstieg in Movie Maker fällt angenehm leicht. In der linken Übersicht sind die möglichen Schritte als "Aufgaben" nach Zusammenhang eingeteilt: "Importieren", "Bearbeiten" und "Veröffentlichungsort". Klingt idiotensicher, ist es auch. Wir beginnen unser Projekt mit dem Import und wählen in unserem Falle die digitale Videokamera als Quelle. Alternativ lässt sich Movie Maker auch mit Videos, Bildern oder Musik von der Festplatte füttern. Der zuvor per FireWire angeschlossene Camcorder wird klaglos erkannt.
Daraufhin öffnet sich ein Dialog, der nach der Art des Imports fragt. Die Daten als mehrere einzelne Dateien oder als eine einzige speichern? Ganze Kassette importieren oder nur einzelne Stellen, WMV- oder DV-Format? Die Daten unserer MiniDV-Kamera werden als DV-Format im AVI-Container auf die Festplatte magnetisiert. Der Import läuft DV-typisch in Echtzeit ab. Steuerungssymbole im Importfenster erlauben die Fernsteuerung des Camcorders per Mausklick.
Vista Movie Maker
Für Großbildansicht auf ein Bild klicken.Das Vorschaufenster gibt Aufschluss über die aktuelle Position des Bandes, auch während des Imports. Sind alle gewünschten Aufnahmen auf dem Rechner gelandet, kann der Import abgebrochen werden und die Clips erscheinen im Hauptfenster als "Importierte Medien". Wie beim Videoschnitt üblich, hilft eine Leiste am unteren Bildschirmrand bei der Orientierung. Wahlweise steht ein "Storyboard-" und ein "Zeitleiste"-Modus zur Verfügung. Wer richtig schneiden möchte und nicht lediglich Clips aneinander reiht, der sollte sich für die Zeitleistenvariante entscheiden.
In diesem Modus sind für Neugierige auch die einzelnen Spuren sichtbar, sofern man diese aufklappt. Neben der Videospur gibt es die Tonspur des Camcorders, eine weitere Tonspur und jeweils einzelne Spuren für Titel und Übergänge. Mehr Tonspuren oder eine zweite Videospur sind hier leider nicht möglich, der aufgenommene Ton ist untrennbar mit dem entsprechenden Video verknüpft, ein Loslösen von der Videospur ist unmöglich.
Auch mit sonstigen Audio-Optionen geizt Windows Movie Maker. Die Lautstärke von Audiospuren und Clips lässt sich nur global einstellen, wie die Stummschaltung auch. Eine frei in die Spur klickbare Steuerung der Lautstärke ist nicht möglich. Ein- und Ausblendungen können ebenfalls nur im Kontextmenü aktiviert werden, ohne weiteren Einfluss darauf zu nehmen. Unter dem Punkt "Audiokommentar" kann das Werk nachvertont werden.
Die Schnittmöglichkeiten sind für ein solches Heimnutzer-Programm angemessen. Videoclips können gesplittet und in der Zeitleiste kann der Anfang und das Ende des Clips verschoben werden, um Start- und Endpunkte zu setzen. Mit ein wenig Bastelei lässt sich so jede Aufnahme wie gewünscht zurechtschnibbeln.
Das Hauptfenster von Movie Maker
Für die Übergänge zwischen den Videoclips bietet Movie Maker einige Optionen. Der gewünschte Übergang wird simpel per Drag-and-Drop zwischen die entsprechenden Videoclips gezogen. Eine Echtzeitvorschau gibt es leider nicht, so muss der Übergang erst eingefügt werden, um das Ergebnis zu betrachten. Leider zeigen sich diese überaus unflexibel: Die Dauer des Effekts ist fest voreingestellt.
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