Kreditkartenbetrüger als vermeintliche Wohltäter
Online-Kriminalität: Robin Hood reloaded
Benjamin Schnitzler
Er nimmt von den Reichen und greift den Armen finanziell unter die Arme. "Robin Hood 2.0" nimmt von Kreditkarteninhabern und spendet online an karitative Organisationen. Doch es ist nicht etwa ein grün gekleideter Hacker, der einsam in einer Waldhütte sitzt und in ehrenhafter Absicht auf seine Tastatur einschlägt. Vielmehr ist es ein neuer Trend von Kreditkartenbetrügern, um ihre erbeuteten Daten zu verifizieren.
Diese außergewöhnliche Eigendynamik der Online-Kriminalität habe Symantec beobachtet, berichtet Yazan Gable, Sicherheitsexperte beim Norton AntiVirus-Schöpfer. Beim illegalen Kauf und Verkauf von Kreditkarteninformationen kommt es darauf an, dass die Plastikwährung auch tatsächlich genutzt werden kann. Um möglichst wenig Aufmerksamkeit zu erregen, gehen die potenziellen Betrüger einen völlig neuen Weg.

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Spenden dienen als Funktionstest für gestohlene Kreditkarten.
Kleine Geldbeträge werden auf die Konten verschiedener karitativer Einrichtungen wie etwa dem Roten Kreuz eingezahlt, um die Beute auf ihre Funktionsfähigkeit zu überprüfen. Ob die Kreditkarte noch gültig ist und nicht bereits vom Eigentümer gesperrt wurde, lässt sich einfach am Erfolg oder Fehlschlag der Überweisung feststellen.
Ungewöhnliche oder untypische Transaktionen eines Kreditkarteninhabers sind leichter als Betrug erkennbar als eine Spende. Denn diese zählt in der Regel ohnehin nicht zu den alltäglichen Bankgeschäften und fällt deshalb weniger stark auf. Nach Gable sei es nicht allzu überraschend, wenn dieser Trend auch weiterhin zunähme. Immerhin käme somit zumindest ein Teil des gestohlenen Geldes einem guten Zweck zu.
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