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01.09.2007
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Entscheidungsschlacht beim Computer-Kauf

Verkehrte Netzwelt: Notebook und PC im Zwiespalt

Benjamin Schnitzler

Verkehrte Netzwelt: Notebook und PC im Zwiespalt

Wohl dem, der Entscheidungen treffen kann, ohne darüber nachzudenken, haarklein das Für und Wider abzuwägen oder gar Zweifel aufkommen zu lassen. Leider zähle ich nicht zu dieser Spezies, zumindest was Computer-Hardware angeht. Schon bei der geplanten Anschaffung einer neuen Maus verstricke ich mich in tagelange Grübelei, welche denn nun die richtige für mich ist. Doch was würde erst passieren, wenn ich mich zwischen einem neuem Notebook oder PC entscheiden müsste? Eines steht fest: Sisyphus wäre bestimmt stolz auf mich.

Aller Anfang ist harmlos, so wie auch in diesem Fall. Meine finanziellen Möglichkeiten fest im Blick, habe ich bereits mein Budget abgesteckt, das ich in den neuen Rechner investieren möchte. Als anspruchsoller Anwender lande ich schnell bei einem hohen vierstelligen Euro-Betrag mit einer Eins vorneweg. Schließlich möchte ich mehr als nur drei Dinge auf einmal: spielen, fernsehen, in jeder Situation schnell unterwegs und für die Zukunft gerüstet sein.

Preisfrage

Es könnte so einfach sein: Gleich einen PC und ein Notebook kaufen und glücklich sein. Doch ein Lotteriegewinn oder baldiges Ableben reicher Bekannter oder Verwandter, die mich freiwillig beerben würden, steht nicht in Aussicht. Statt "beides" heißt es also wohl oder übel "entweder oder". Schnell wird klar, dass der nächste Urlaub nach dem Notebook-Kauf statt für drei Wochen auf die Malediven allenfalls für ein Wochenende an die Ostsee gehen würde.

1:0 für den PC, denn der würde bei vergleichbarer Performance gerade einmal halb so viel kosten wie ein leistungsstarkes Notebook. Zumal die Aufrüstung des stationären Rechners einer günstigen Organspende gleichkäme, da Computergehäuse und periphere Begleiterscheinungen wie Flachbildschirm, Tastatur und Maus schon zu Hause auf dem Schreibtisch stehen.

Mobil sein oder nicht sein

Der Gedanke zum enormen Sparpotenzial des PCs ist nicht einmal zu Ende gedacht, schon holt das Notebook zum Ausgleichstreffer aus. "Ich kann immer bei dir sein", scheint mir ein personifizierter Laptop zu soufflieren, der seinen auf- und zuklappenden Deckel einsetzt wie ein Mensch seine Lippen beim Sprechen. Und obwohl Computer eigentlich gar nicht reden können, glaube ich ihm.

Mit einem Notebook könnte ich ein ähnliches Gefühl von Freiheit verspüren wie damals nach dem bestandenen Motorradführerschein, als ich zum ersten Mal beherzt am Gasgriff meines eigenen Zweirads drehte. Ich wäre nicht auf meinen heimischen Schreibtisch angewiesen und könnte meinen hochtechnisierten Begleiter überall hin mitnehmen - aufs Sofa oder in die Küche, um beim Kochen gleichzeitig meine E-Mails zu checken, zu Freunden oder in Bus und Bahn.

Image ist alles

Nachdem sich das fiktive Notebook, das scheinbar nur ich allein in meiner verzweifelten Qual der Wahl sehen kann, erst einmal warmgeredet hat, kontert es mit dem nächsten Pluspunkt. Ein glatter Schuss mitten ins Herz. Denn als bekennender Elektronik-Ästhet stehe ich nunmal auf stylisches Design und optische Reize. Und davon bietet ein Notebook nunmal mehr als ein klobiger PC.

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