Ab 13. September im Regelbetrieb
Premiere Star - ein Stern mit Tücken
Stefan Hagedorn
Seit dem 1. September läuft die Testphase, am 13. September soll das jüngste Baby von Premiere-Vorstand Michael Börnicke seinen regulären Sendebetrieb aufnehmen. Der Start des Programmpaketes Premiere Star, das vorerst nur für Satelliten-Direktempfänger vermarktet wird, hat mit einigen Startschwierigkeiten zu kämpfen.
Insgesamt 13 Programme gehören vorerst zum Premiere Star-Paket. Neben Turner Classic Movies, Boomerang, Cartoon Network, RTL Living und MTV Music sind auch NASN, Kinowelt TV, AXN, Animax, Toon Disney, Playhouse Disney, Sat1 Comedy und kabel eins classics mit von der Partie. Während es unmittelbar vor der Aufschaltung noch ein Verwirrspiel um die beiden Disney-Sender gab, die sich offensichtlich nicht mit der Kanalteilung anfreunden wollten und letztendlich doch zustimmten, überraschte die Time-Sharing-Lösung für AXN und Animax.

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Ab dem 13. September auf Sendung: Premiere Star
Zum Unmut vieler Zuschauer sendet Animax nur von 0.00 bis 12.00 Uhr, AXN strahlt sein Programm von 12.00 bis 0.00 Uhr aus. So weit, so schlecht. Da Cartoon Network vom arenaSat-Transponder zur Verfügung gestellt wird, kommt es durch die Übertragungen der Fußball-Bundesliga zu Unterbrechungen. Der Grund ist einfach erklärt: Es stehen nicht genügend Kapazitäten bereit.
Dieses Phänomen müssen nun auch die Premiere Star-Kunden erleben. Inzwischen gelobt Premiere Besserung: Alle Probleme seien ihnen bewusst, sagte eine Sprecherin des Abosenders auf Anfrage. Innerhalb der nächsten sechs Monate soll sowohl Cartoon Network ohne Unterbrechungen senden und AXN sowie Animax eigene 24-Stunden-Kanäle erhalten. Cartoon Network soll nach Informationen von netzwelt schon in der kommenden Woche auf Astra-Transponder 11,778 GHz v seinen eigenen Kanal erhalten.
Drei Preise für ein Paket
Etwas unübersichtlich gestaltet sich die Preisstruktur. Abonnenten, die nur Premiere Thema bestellt haben, zahlen für Premiere Star lediglich acht Euro pro Monat mehr, das sind monatlich insgesamt 17,99 Euro. In Verbindung mit der 5er- beziehungsweise 7er-Kombi werden 9,99 Euro pro Monat fällig, in allen anderen Paketkonstellationen werden 13,99 Euro in Rechnung gestellt. Die Laufzeit des Abos richtet sich individuell nach dem bestehenden Vertrag.
Maximal 20 Programme soll Premiere Star umfassen. Wenn diese Zahl Anfang kommenden Jahres erreicht sein wird, will sich Premiere auf die Etablierung von neuen Paketen konzentrieren. Zunächst kommen e.clips am 1. Oktober sowie MTV Entertainment und Nick Premium am 1. Dezember hinzu.
Auch am 1. November soll es eine Aufschaltung geben. Auch Premiere Thema erhält mit RTL Crime am 1. Oktober und Passion am 1. Januar Zuwachs, soll aber im Endausbau ebenfalls aus höchstens 20 Einzelprogrammen bestehen. Ansonsten sieht der Pay-TV Anbieter die Übersichtlichkeit gefährdet. Die Pläne für ein neues Paket werden derzeit ausgetüftelt, Einzelheiten über Programmangebot und einen Starttermin liegen aber noch nicht vor.
Engpass
Vor allem die zur Neige gehenden Transponderkapazitäten bereiten Premiere Kopfzerbrechen. Einer der raren Sendeplätze, die auch ins Kabel eingespeist werden, wurde zum 1. September mit dem Auktions- und Shoppingsender 1-2-3.tv belegt. Eine umstrittene Entscheidung und aus Sicht vieler Abonnenten nicht nachvollziehbar, legt Premiere doch sonst größten Wert auf eine exklusive Vermarktung. In vielen Kabelanlagen war 1-2-3.tv schon in der Vergangenheit vertreten.
Mit der zu erwartenden sukzessiven Digitalisierung weiterer Kabelfrequenzen gibt es auch wieder mehr Platz im Kabel, beispielsweise für neue Premiere-Angebote. Aber auch die Kabelnetzbetreiber schnüren zunehmend eigene Pakete und wollen mit Pay-per-View-Angeboten Geld in die Kassen spülen. Da bleiben zusätzliche Kapazitäten der öffentlich-rechtlichen Programmanbieter wie der ARD-Hörfunktransponder außen vor.
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