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12.10.2007
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Kirch gegen den Rest der Fußball-Welt

Der Streit um die Ware Fußball-Bundesliga

Stefan Hagedorn

Der Streit um die Ware Fußball-Bundesliga

Wie Phönix aus der Asche ist Leo Kirch auferstanden - und im wahrsten Sinne des Wortes wieder im Spiel. Der Medien-Mogul hat die Deutsche Fußball-Liga davon überzeugt, fünf Jahre nach dem spektakulären Zusammenbruch seines Imperiums die Vermarktung der begehrten Bundesliga-Rechte wieder in seine Hände zu legen. Die Reaktion folgt prompt: Ein Aufschrei geht durch Fußball-Deutschland.

Bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in Frankfurt am Main haben in dieser Woche die 36 Spitzen-Vereine der Fußball-Bundesliga beschlossen, einer von Kirch noch zu gründenden Sportrechteagentur die Vermarktung der Bundesliga-Rechte zu übertragen. Der Vertrag mit der Agentur Sirius hat eine Laufzeit von sechs Jahren und beginnt mit der Saison 2009/2010. Lediglich der Vertreter des Erstligisten HSV hatte nach der Marathonsitzung gegen das vorgelegte Konzept gestimmt. Der Hamburger Sportverein war nicht vom Kirch-Konzept zu überzeugen, stand aber zum Schluss mit seiner Meinung ziemlich allein.

Inhalt

Die Agentur Sirius fungiert künftig als Tochterunternehmen der Kirch-Firma KF 15 GmbH, die sich Ende September durch einen komplizierten Aktientausch Anteile an der EM.Sports Media AG gesichert hatte. EM.Sports Media firmierte früher als EM.TV und gehörte seinerzeit zu den engsten Weggefährten von Leo Kirch. Das Unternehmen ist derzeit für das Deutsche SportFernsehen (DSF) und das Internet-Portal sport1.de verantwortlich. Pikanterweise hält EM.Sports Media auch Anteile an der Premiere Star GmbH. Die Tochtergesellschaft des Bezahlfernsehsenders Premiere gehört zu den Nachfolgern des vor zehn Jahren von Kirch ins Leben gerufenen Pay-TV Anbieters DF1.

Sportschau in Gefahr

Durch das "innovative Konzept", wie es von der DFL bezeichnet wird, gerät aber nicht nur der angestammte Termin der ARD-Sportschau ins Wanken. Ob auch noch mit Beginn der Bundesliga-Hinrunde im Sommer 2009 die Berichterstattung in der ARD samstags weiterhin schon um 18.30 Uhr zu sehen sein wird, ist so unsicher geworden wie schon lange nicht mehr. Auch wenn der scheidende ARD-Programmdirektor Günter Struve ein leidenschaftliches Plädoyer für den Erhalt der Sportschau auf dem angestammten Sendeplatz hält, will sich die DFL in keinster Weise zu einer Bestandsgarantie hinreißen lassen.

Bei der letzten Vergaberunde vor zwei Jahren wollten sowohl der Bezahlfernsehsender Premiere als auch das ZDF als Nachverwerter einen dreistelligen Millionenbetrag mehr zahlen, wenn die Sportschau in die späteren Abendstunden wandert. Ob die DFL im kommenden Frühjahr wiederum auf so viel Geld verzichten wird, wenn die TV-Rechte für drei Jahre vergeben werden, erscheint jedoch sehr fraglich. Denn dann soll das offizielle Ausschreibungsverfahren beginnen. Kirch wird sich jedoch nicht in eigener Sache um die Bundesliga-Rechte bemühen.

Versteigerung im Frühjahr

Vielmehr soll ein offenes Bieterverfahren eröffnet werden. Jeder Interessent sei aufgerufen, sich um die Rechte zu bewerben, stellte ein Sprecher des Kirch-Konzerns in diesen turbulenten Tagen klar. Damit soll es bei der geplanten Versteigerung faire Chancen für alle Bewerber geben. Schon jetzt glänzen die Euro-Zeichen in den Augen der Fußball-Funktionäre. Lizenzgebühren in Höhe von mindestens 500 Millionen Euro sollen pro Spielzeit garantiert in die Kassen gespült werden. Das sind 60 Millionen Euro mehr als in der laufenden Bundesliga-Saison.


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News Flash, am 23.11.2008 13:39

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