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15.10.2007
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Analysten: OLPC und Co. sind zu teuer

Dritte-Welt-Laptops: Nur ein Schnäppchen für die Reichen

Patrick Woods

Dritte-Welt-Laptops: Nur ein Schnäppchen für die Reichen

Sie sollen das IT-Zeitalter auch in die dritte Welt transportieren. Billige Laptops helfen beim Lernen und sorgen für Anschluss an das digitale Leben. Auch hierzuande sind viele an den günstigen Lerncomputern interessiert. Doch Analysten sehen die Dritte-Welt-Computer skeptisch. "Zu teuer", so das Fazit.

Die Idee klingt begeisternd: einen günstigen Laptop entwickeln, der Kinder in Afrika, Südamerika oder weiten Teilen Asiens beim Lernen unterstützt. So gibt es gleich mehrere Projekte, die Kinder der Dritten Welt zu Gute kommen sollen. Da wäre der XO von "One Laptop Per Child", kurz OLPC, der "Eee PC" von Asus oder der "Classmate PC" von Intel.

Sind 100 Dollar günstig genug?

Lillian Tay, eine Analystin von Gartner in Singapur, sagt: "Man kann einen Billig-PC für 100 oder sogar 50 Dollar verkaufen, aber ist das wirklich günstig genug?" Sie nennt Indonesien als Beispiel, eines der größten Entwicklungsländer, mit über 235 Millionen Einwohnern. Indonesien hat 40 Millionen Schüler. Würde für jeden dieser Schüler ein Laptop für 200 Dollar gekauft werden, entspräche das mehr als dem Dreifachen des Budgets des laufenden zwölfjährigen Bildungsprogramms der Regierung, so Tay.

OLPC-Laptop

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OLPC: 188 Dollar und doch zu teuer

Und dies wären nur die reinen Hardwarekosten ohne Support oder Software. So wundert es nicht, dass OLPC die erwartete Anzahl Bestellungen für den XO getauften Laptop nicht erreicht hat. Um den Absatz anzukurbeln, setzt die Organisation auf die Kaufkraft der westlichen Konsumenten. Wer einen XO kauft, spendet automatisch einen weiteren.

Auf der Suche nach dem richtigen Weg

Während ein 200-Dollar-Laptop hierzulande ein Schnäppchen ist, muss jemand aus Sierra Leone von diesem Geld, auf das Pro-Kopf-Einkommen umgerechnet, etwa ein halbes Jahr leben. Das Problem ist nicht mehr, günstige Rechner zu bauen, sondern diese auch dort einzusetzen zu können, wo sie gebraucht werden.

Intel steht mit seinem Classmate PC vor den gleichen Herausforderungen wie OLPC. "Niemand hat bis jetzt den richtigen Weg gefunden, aber alle wollen es schaffen", sagte kürzlich Leighton Phillips, Manager von Intels "World Ahead"-Programm in einem Interview. Ein mögliches Modell: Die Computer werden von Unternehmen subventioniert und die Eltern der Kinder zahlen einen monatlichen Betrag für die Nutzung, beispielsweise zehn Euro.

Intel Classmate PC

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Der Intel Classmate PC (Bild: Intel)

"Es gibt mehrere Möglichkeiten", so Phillips, "manche sind unternehmensgesteuert, andere von Regierungen. Die gemeinnützigen Organisationen wünschen sich, dass die Rechner im Besitz der Kinder sind und nicht der Regierung oder der Schulen, sodass die Kinder die Computer auch außerhalb der Schule nutzen können. So besteht die Chance, dass nicht nur Konsumenten der Industrienationen, sondern auch die eigentliche Zielgruppe von günstigen Rechnern profitiert."


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News Flash, am 23.11.2008 14:06

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