Bluetooth macht das Hintertürchen auf
Datenklau: Samsung-Handy als Spionage-Werkzeug (Video)
Yasmin Kötter
Zur Handy-Spionage braucht es keine spezielle Software. Denn eine gefährliche Sicherheitslücke haben aktuelle Modelle schon an Bord: Bluetooth. Wie netzwelt im Selbstversuch herausfand, eignet sich ein Samsung-Handy als einfaches Werkzeug zur Bespitzelung. Wer nicht aufpasst, gibt schnell intime Daten in die falschen Hände.
Praktisches Bluetooth: Kabellos Daten übertragen
"Hey, ich schick dir mal das Foto von der Party rüber" - mit Bluetooth schnell gemacht. Bluetooth gehört bei neuen Handy-Modellen zur Standard-Ausstattung. Der Gebrauch macht Kabelsalat überflüssig: Auf einer maximale Entfernung von etwa zehn Metern wandern per Bluetooth Daten drahtlos zwischen Kleingeräten hin und her.
Dazu gehören eigentlich zwei: Um beispielsweise Fotos zu tauschen, müssen beide Handynutzer einen gleichen Code eingeben, um eine Bluetooth-Verbindung zwischen den Geräten herzustellen. So ist sichergerstellt, dass keiner von beiden ohne Erlaubnis handelt. Nach dieser Absicherung lässt sich die ausgewählte Datei von einem Handy auf das andere herüberschieben. So weit, so sicher.
Vorsicht: Samsung-Nutzer haben Direktzugriff auf die Daten
Doch hat einer der beiden ein Samsung-Handy, ist Vorsicht geboten. Wie netzwelt in einem Praxistest bestätigen konnte, fällt der Datenklau mit Samsung-Geräten denkbar leicht. Anders als mit Handys von Konkurrenten, kann man mit Samsung-Handys nicht nur einzelne, ausgewählte Dateien senden und empfangen, sondern hat bei aktiver Bluetooth-Verbindung gleich Zugang zu ganzen Ordnern der Gegenstelle.
Das heißt, der ahnungslose Handy-Nutzer erhält auf Wunsch nicht nur das Foto der letzten Party, sondern gibt unwissentlich eine Menge von sich preis. Mit dem Samsung-Handy lässt sich nämlich unerkannt etwa das gesamte Foto-Archiv kopieren. Auf diese Weise können intime Inhalte leicht in die falschen Hände geraten.
Kurzum: Samsung-Besitzer erhalten mehr Zugriff, als sie eigentlich sollten. Manche Mobilfunkhersteller bauen zusätzliche Sperren oder Sicherheitsabfragen ein, um solch einem Datenklau vorzubeugen. Doch die teils unpräzisen Formulierungen und die Unwissenheit der Handy-Besitzer machen die Bemühungen nutzlos.
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