70 Prozent der Eltern wissen nicht, was ihre Kinder im Internet machen
Kinder im Netz: Freizügigkeit gegen Totalüberwachung
Kurt Müller
Im Internet zu surfen kann nicht nur unterhaltsam und bildend sein, sondern auch ziemlich gefährlich: Ob es sich nun um die allgegenwärtigen Viren oder Trojaner oder um Seiten mit versteckten Abzocker-Fallen handelt, jederzeit sollte der User auf der Hut sein und nicht in einen der zahlreichen Hinterhalte hinein laufen. Besonders Kinder, die unbeaufsichtigt mit Maus und Bildschirm arbeiten, sind gefährdet.
Inhalt
- Kinder besonders gefährdet
- Eltern in der Pflicht
- Kinder sollten von sich aus merkwürdige Dinge ansprechen
- Auswirkungen auf die Kinder
- Tipps und Tricks zur Prävention durch technische Lösungen
Was für Erwachsene bereits schwierig ist, ist für Kinder ungleich komplizierter. Diese stolpern meist gutgläubig im World Wide Web herum und lassen sich allzu gern von zwielichtigen Angeboten verführen. Dabei müssen sich die Kleinen noch nicht einmal Mühe geben, um auf Seiten mit explizit pornografischen oder ähnlichen Inhalten zu gelangen.
Kinder besonders gefährdet
Gefahren lauern nicht nur beim freien Surfen, sondern auch in Chaträumen oder Foren, die von den Kindern aufgesucht oder benutzt werden. Immer wieder wird von Fällen berichtet, in denen Erwachsene sich als Kinder und Jugendliche ausgeben um das Vertrauen der minderjährigen Chat-Teilnehmer zu gewinnen. Und eine Verabredung im wirklichen Leben anstreben.
Laut Thomas Schwarze, Leiter der forensischen Informations- und Kommunikationstechnik des LKA 39 in Hamburg, ist der Chatraum für die Heranwachsenden eine Fortsetzung der Realität, da diese noch nicht genau zwischen virtueller und realer Welt unterscheiden können. Zum Beispiel sind die Freunde, von denen sie sich gerade im Schulhof verabschiedet haben, eben auch im Chat vorhanden, weswegen die Kinder auch Kontaktinformationen an fremde Personen preisgeben.

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Nicht immer sieht die kindliche Nutzung des Internets so rosig aus.
Eltern in der Pflicht
Auch die Europäische Union macht sich bereits Sorgen und will bis zum Jahr 2013 insgesamt 55 Millionen Euro zur Verfügung stellen, damit Kinder und Jugendliche besser vor schädlichen Internetseiten geschützt werden können. Ebenfalls beschlossen die Kulturminister der 27 EU-Staaten rund die Hälfte des Geldes für Informationskampagnen für die Eltern auszugeben.
Denn, wie Thomas Schwarze anmerkt, wüssten rund 70 Prozent der Eltern nicht, was ihre Kinder im Internet trieben und was für Seiten der Nachwuchs konsumiere. Deswegen wird auch von der Europäischen Union in Zusammenarbeit mit den nationalen Telefon- und Intenetanbietern geprüft, inwieweit technische Barrieren entwickelt werden können, um die Minderjährigen beispielsweise von pornografischen, gewalttätigen oder rechtsextremen Seiten fernzuhalten.
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