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30.06.2008
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Stunde Null für IT-Profis

Der Montagmorgen aus Sicht der netzwelt

Mehmet Toprak

Der Montagmorgen aus Sicht der netzwelt

Irgendwie öde, dieser Montagmorgen. Die deutschen Fußballer haben 0:1 gegen die Spanier verloren, der Traum vom EM-Titel ist geplatzt. Die Wochen nach einer WM oder EM fühlen sich sowieso immer so leer und trist an. Der große Software-Zampano aus Redmond ist auch abgetreten, wir beginnen im IT-Kalender das Jahr 0 nach der Ära B.G. Doch Kopf hoch, die netzwelt-Redaktion weiß, wo es lang geht. Am 3. Juli steht schon wieder die erste große Kaufentscheidung an.

Fast zeitgleich mit Bill Gates ist auch für Windows XP Schluss. Heute am 30. Juni ist der letzte Verkaufstag des Betriebssystems. Nur System-Builder und PC-Hersteller dürfen das Betriebssystem noch mit einem PC verkaufen. Für Mini-Notebooks à la Asus Eee PC soll die Home Edition von XP bis Juni 2010 zur Verfügung stehen.

Wer jetzt nach dem Abgang von Gates wissen will, warum der Mann so reich ist, muss nur einmal einen Blick in die Software-Abteilung von Onlineshops werfen. Da kostet die Windows XP Home Edition (32 Bit) immer noch 224 Euro. Ein stolzer Preis für ein sieben Jahre altes Auslaufmodell. Dafür kann man sich fast schon einen neuen Rechner kaufen, zum Beispiel den McTronics Bürocomputer im Plus-Shop. Na, vielleicht erleichtert uns das den Abschied von Bill Gates und seinem Luxus-Baby Windows XP.

Eine Meldung, die uns in den letzten Tagen aufgeschreckt hat, kommt vom Nachrichtenmagazin Focus und besagt, dass schon ein Drittel der Acht-bis Neunjährigen mit dem Handy telefoniert und zwei Drittel der Zehn- bis Elfjährigen mobil telefonieren. Das macht Angst. Wer mit acht Jahren ein Handy hat, fordert mit zwölf einen Blackberry, betreibt mit 14 ein Rechenzentrum und ist mit 15 Chef des eigenen Startups. Da sehen wir von der Generation 20 plus plötzlich ziemlich alt aus. Wie und wo können wir da noch punkten? Vielleicht mit dem Medion-Netbook, das der Discounter Aldi ab dem 3. Juli für 399 Euro verkauft.

Hochgerüstetes Medion-Netbook bei Aldi

Die Leistungsdaten des Akoya Mini sind gut: Stromsparender Intel Atom-Prozessor, Zehn-Zoll-Display, ein Gigabyte Arbeitsspeicher und 80-Gigabyte-Festplatte. Also einerseits ein cooles Gerät zum mobilen Arbeiten. Klein, leistungsstark, praktisch. Aber andererseits: Möchten Sie ein Notebook, bei dem der Name Medion auf dem Deckel steht? Jeder weiß doch: Medion = Aldi = Discounter = Massenware fürs schnäppchengeile IT-Volk.

Das sieht man an der Ausstattung mit 80-Gigabyte-Festplatte. Die ist nicht unbedingt ein Vorteil, denn Festplatten benötigen mehr Strom als Flash-Speicher und werden heißer, was wiederum gute Kühlung erfordert. Typisch Aldi, PCs und Notebooks mit Features bis an die Grenze zur Unbrauchbarkeit hochzurüsten. Bezeichnend, dass der Aldi-Flyer zwar alle Features auflistet, aber keinerlei Angaben zu dem Punkt macht, der für ein Mobilgerät wirklich entscheidend ist, nämlich zur Batterielaufzeit.

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